Zeit seines Lebens war Franz Fühmann an Märchen interessiert. Nicht zuletzt seine Kunstmärchen und die Aufnahme von Märchen und Sagen in Neuerzählungen sprechen hier
eine deutliche Sprache. Bei einem Besuch der Grablege des Märchenforschers Johannes Bolte (ein ehemaliges Ehrengrab der Stadt Berlin, vom Berliner Senat aus
finanziellen Gründen 2014 entwidmet) fand Paul Alfred Kleinert diese im Jahr 2020 völlig verwahrlost vor. Bei dem Versuch der Verhinderung des Auflassens resp. der
Beseitigung der Grabstätte Johannes Boltes stießen wir bei unseren Recherchen zudem auf die Mitteilung, dass, neben der Frau Boltes, auch seine Tochter Dorothea
(1892-1940) in dem Grab eine letzte Ruhestätte fand. Nichts (außer dem Eintrag in den Totenbüchern des Gemeindefriedhofes) deutete darauf hin, dass da noch jemand
beerdigt sein könnte.
Die Tochter Boltes wurde mit 48 Jahren als "Schizophrene" aus einer Nervenheilanstalt in eine der Ermordungsanstalten der "Ärzte" des III. Reiches verbracht; das vor dem
Hintergrund der sogenannten "Euthanasie"-Ideologie. Unsere Recherchen ergaben Brandenburg/Havel als Ort der Ermordung, wiewohl "Sonnenstein" in den Totenbüchern der
Gemeinde zu Buche schlägt. Ein, besonders in diesen Zeitläuften, alarmierendes Zeichen.
Im April 2024 wurde der Antrag auf eine Mahntafel seitens der SPSH abgelehnt und die o.g. Menschen sind derzeit auf der Suche nach anderen Finanzierungsmöglichkeiten des Anliegens. Auch ein Antrag auf eine Gedenktafel für Doroteha Bolte im öffentlichen Raum wurde von den verantwortlichen Stellen abgelehnt.
Der Stolperstein hingegen wird im November 2024 gefertigt; die Verlegung solle im April 2025 stattfinden, wie dem iFFF von Seiten der Stolperstein-Initiative Friedrichshain/Kreuzberg im Oktober schriftlich beschieden wurde. Die Finanzierung des Stolpersteins für Dorothea Bolte erfolgt via Sponsoring.
Am 22.05.2023 erfolgte die Förderzusage der ALG für das Projekt »Erforschter Schrecken im Märchen und der Horror einer erforschten Erbgesundheit« im Rahmen der Projektförderung innerhalb des aufgelegten Literaturprogrammes »Vererbt, vergöttert, vergessen?«, am 22.06.2022 die zum erweiterten Förderantrag.
Mit von dort verwalteten Steuergeldern »Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages«
Dr. Gerald Sommer und Paul Alfred Kleinert stellten nach der Erarbeitung des Konzeptes den Antrag auf Förderung eines 'podcasts' zur Familiengeschichte der Boltes, in deren Verfolg Dorothea Bolte in Zeiten eines anderen Totalitarismus während der sogenannten "T4-Aktion" in Brandenburg ermordet wurde.
Durch das Zusammenwirken von Privatpersonen, internationalem Franz Fühmann Freundeskreis, Heimito von Doderer Gesellschaft und Erich Maria Remarque Gesellschaft ließ sich das Grabmal des Märchenforschers Johannes Bolte auf dem St. Jacobifriedhof zu Berlin-Neukölln in den Jahren 2023/24 erhalten und restaurieren (bitte auf das Bild klicken), wobei ein ungeahntes Geschehen zu Tage trat. Besonderer Dank gilt dem Steinmetzen Frank Rüdiger, der uns in jeder Hinsicht entgegenkam und ohne den das Unterfangen schwerlich ein gelingendes geworden wäre.
05.12.2025
18:00 Uhr
"Franz Fühmann. Vom Ende zum Anfang. Ein Gesprächs- und Literaturabend von einer Reise von Märkisch Buchholz nach
Rokytnice nad Jizerou"
im MGH zu Märkisch Buchholz Münchehofer Straße 1
15748 Märkisch Buchholz
Gemeinsam mit Ihnen wollen wir unser Jubiläum beim Jahrestreffen 2025 gebührend feiern. Merken Sie sich den 25. und 26. September 2025 schon jetzt im Kalender vor. Die Einladung mit der Möglichkeit der Anmeldung geht Ihnen demnächst zu.
Veranstaltung des JTHBV, in den Räumen der Dependance des Bibliophilenverbandes in Berlin-Schöneberg - nur für geladene Gäste.
"Die Rezeption Jean Pauls bei Franz Fühmann" (Teil II)
Paul Alfred Kleinert sprach und las zur Jean Paul- Rezeption Franz Fühmanns in dessen Werk.
25.06.2025
18:00 Uhr ff
Wie in jedem, so auch in diesem Jahr:
Hoffmann- und Fühmannfreunde trafen einander zum 203. Todestag E.T.A. Hoffmanns am Grab Hoffmanns, wo Jörg Petzel und Bernd Hesse
Nachdenkenswertes zu Gehör brachten.
im DRK Mehrgenerationenhaus Franz Fühmann
Märkisch Buchholz, Münchehofer Straße 1
Der Schauspieler und Regisseur Peter Zimmermann liest die Erzählung "Pavlos Papierbuch" von Franz Fühmann.
Eine gemeinsame Veranstaltung des Kulturbundes Dahme-Spreewald e.V. mit dem Franz-
Fühmann-Freundeskreis Märkisch Buchholz und dem Heimatverein Märkisch Buchholz e.V.
Veranstaltung des JTHBV, in den Räumen der Dependance des Bibliophilenverbandes in Berlin-Schöneberg - nur für geladene Gäste.
"Die Rezeption Jean Pauls bei Franz Fühmann" (Teil I)
Paul Alfred Kleinert sprach und las zur Jean Paul- Rezeption Franz Fühmanns in dessen Werk.
09.05.2025
19:00 Uhr
Elisabeth Richter-Kubbutat spielt Franz Fühmanns Bearbeitung des Shakespearemärchens "Ein Sommernachtstraum"
im KARO Berlin-Friedrichshagen
Bölschestraße 119
Verwirrt vom Zauber einer Mittsommernacht geraten drei Liebespaare in immer neue Verwechselungen, um am Ende – von Puck an der Nase herum geführt – doch das Ziel ihrer Wünsche zu finden.
Die bildreiche Sprache der in aufgewühlter Zeit entstandenen Prosafassung des Shakespear'schen Dramas von Franz Fühmann, wird durch die lebendige Vortragsweise der Schauspielerin Elisabeth Richter–Kubbutat zu einem vergnüglichen Hörgenuss.
05.05.2025
11:00-15:00 Uhr
Frühjahrestreffen der literarischen Akteure in Brandenburg in Falkensee